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Archäologietour Nordeifel: Auf den Spuren der Vergangenheit

LVR lädt zur Erkundung von sechs Stationen am 2. Oktober ein

Köln. / Kreis Euskirchen. 20. September 2022. Am Sonntag, den 2. Oktober, laden das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und die Nordeifel Tourismus GmbH sowie die beteiligten Kommunen im Kreis Euskirchen zu einer gemeinsamen Entdeckungstour in der Nordeifel ein. Von 10 bis 18 Uhr werden sechs Bodendenkmäler in der Nordeifel präsentiert. Für Kinder bieten einzelne Stationen ein buntes Mitmachprogramm und örtliche Vereine sowie gastronomische Betriebe sorgen zudem für das leibliche Wohl. Der Eintritt ist wie immer kostenfrei.

Dieses Jahr können im Rahmen der Archäologietour folgende Stationen besucht werden:

Steinbruch bei Blankenheim: Am Nordwestrand der Blankenheimer Kalkmulde, nahe der heutigen Sportanlage, befindet sich ein ehemaliger Steinbruch, dessen Kalkstein bereits vor 390 Millionen Jahren entstanden ist. Zu dieser Zeit befand sich an dieser Stelle noch ein flaches, tropisch-warmes Meer, an dessen Boden Korallen ausgedehnte Riffe bildeten. Noch bis 1920/30 wurde hier Kalkstein gebrochen und in den Öfen gebrannt. An der Station können Kinder unter Anleitung verschiedene Fossilien bestimmen.

Agrippastraße bei Kall: Das Römische Reich besaß in seinem Imperium ein ausgedehntes Straßennetz, welches auch das Rheinland einschloss. Eine wichtige Verkehrsachse war die sogenannte Agrippastraße, deren Verlauf sich zum Teil sogar noch heute entlang des Feldweges an der Gemeindegrenze zwischen Kall und Mechernich nachverfolgen lässt. Archäolog*innen erklären Klein und Groß zudem, mit welchen Methoden sie ohne zu graben in die Erde schauen können.

Kalkbrennerei Iversheim: Seit inzwischen über einem Jahr ist der Niedergermanische Limes UNESCO-Welterbe. Die länderübergreifende Welterbestätte setzt sich aus insgesamt 44 Plätzen zusammen, zu denen auch die römische Kalkbrennerei in Bad Münstereifel-Iversheim zählt. Hier brannte die römische Armee in riesigen, gemauerten Öfen Kalk, der als Bestandteil von Mörtel zum Bau von Gebäuden aus Stein unverzichtbar war. Unter anderem werden speziell für Kinder Führungen jeweils um 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr angeboten.

Römerkanal in Kreuzweingarten: Wasserleitungen versorgten Städte, ländliche Siedlungen und Militärlager im Römischen Reich mit Frischwasser. Alleine die Eifelwasserleitung führte täglich 20.000 Kubikmeter Trinkwasser in die niedergermanische Provinzhauptstadt Köln. In Kreuzweingarten besteht die Möglichkeit, sich den sorgfältig hergerichteten Leitungsaufschluss genauer anzuschauen und sich von Prof. Dr. Klaus Grewe die Bedeutung römischer Wasserleitungen erklären zu lassen. Führungen finden um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr statt.

Zülpicher Altstadt: Neben zahlreichen mittelalterlichen und neuzeitlichen Hinterlassenschaften konnten bei einer Ausgrabung im Bereich der Zülpicher Altstadt auch Reste der römischen Siedlung vicus Tolbiacum nachgewiesen werden. Vor Ort werden die Ergebnisse der Grabung aus dem Jahr 2021 vorgestellt und ausgewählte Funde präsentiert. Kinder können auf einer Sandkastengrabung selber archäologisch „arbeiten“.

Hohlwege im Wald bei Hellenthal: Bis zum Chausseebau in der Neuzeit waren in nachrömischer Zeit eher unbefestigte Wege und Straßen die Regel. Diese haben sich als sogenannte Hohlwege zum Teil bis heute im Gelände erhalten. Zwischen Hellenthal und Hollerath lassen sich diese tief in den Boden eingeschnittenen Wegespuren am Hang des Eicherscheider Berges auf einer Strecke von 1,7 km verfolgen und geben einen Eindruck davon, wie beschwerlich das Reisen in früheren Zeiten war.

Neben dem individuellen Besuch der Archäologietour-Stationen – mit dem öffentlichen Nahverkehr, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem PKW – besteht die Möglichkeit, gegen eine Gebühr von 22,50 Euro, an einer begleiteten Busexkursion zu allen sechs Stationen teilzunehmen. Alle Busgäste werden mit Headsets ausgestattet. Gehörlose Menschen sind eingeladen, an der Busexkursion in Begleitung einer Gebärdendolmetscherin teilzunehmen. Hinweise für die individuelle Anfahrt der Stationen finden sich im Faltblatt der Veranstaltung. Menschen mit eingeschränkter Mobilität finden unter www.archaeologietour-nordeifel.lvr.de Detailinformationen zur Erreichbarkeit der Stationen. Zudem bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bonn e.V. eine Fahrradtour zu ausgewählten Stationen an (Informationen unter www.adfc-bonn.de ). Der Eifelverein Bonn führt von Kreuzweingarten eine 12 Kilometer lange Info-Rundwanderung zur Station in Iversheim durch. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich (Informationen unter www.eifelverein-bonn.de ).

Bilder zum Download

  1. Fachkundige Erläuterungen erwarten die Besuchenden am Römerkanalaufschluss bei Euskirchen-Kreuzweingarten.

    Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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  2. Millionen Jahre alte Fossilien können an der paläontologischen Station in Blankenheim-Blankenheimerdorf bestaunt werden.

    Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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  3. Bei Hellenthal erklären Expert*innen die Erforschung alter Wege mit modernen Methoden.

    Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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  4. Das neue UNESCO-Welterbe Kalkbrennerei Bad Münstereifel-Iversheim ist 2022 ebenfalls Teil der Archäologietour Nordeifel.

    Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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  5. Auf die Spuren der Agrippastraße begeben sich die Tourteilnehmenden bei Kall – hier erklären Expert*innen die modernen Methoden der Archäologie.

    Foto: M. Brüggemann/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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  6. In der Zülpicher Altstadt werden aktuelle Ausgrabungsergebnisse präsentiert – von der römischen Siedlung bis zum 19. Jahrhundert.

    Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

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Pressekontakt

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Birgit Ströter

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