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Zum Schluss noch ein Weltkulturerbe

LVR schaut zurück auf ein wechselvolles Jahr / 2022 bietet Sonderausstellungen, geht auf Tuchfühlung mit einer Familien-Dynastie und nimmt den Rhein in den Blick

Köln. / Rheinland. 19. Januar 2022. Mit rund 576.000 Gästen in den LVR-Museen blickt Guido Kohlenbach, LVR-Fachbereichsleiter Regionale Kulturförderung, zufrieden auf das Kulturjahr 2021 im Landschaftsverband Rheinland (LVR) zurück: „Kultur in Zeiten der Corona-Pandemie dreht sich nicht nur um Besuchszahlen. Vielmehr geht es darum, unsere Gäste für unser vielfältiges Kulturangebot weiterhin zu gewinnen und zu begeistern. Wir sind motiviert durch viele positive Rückmeldungen und die Treue, die wir im zurückliegenden Jahr erfahren haben. Trotz der Pandemie und auch der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, die einige LVR-Häuser dazu zwang, vorübergehend zu schließen, wurde eine Menge bewegt. Ein besonderer Fokus galt dem Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Diskussionen, Lesungen und Vorträgen. Mit dem Projekt Futur 21 gingen wir der Frage nach ‚Welche Zukunft hat die Zukunft?‘“ Dieses Projekt bildete gleichsam die Plattform für die gesellschaftliche Auseinandersetzung zu aktuellen Themen mit einem Schwerpunkt zur Industriekultur im Dialog mit Gegenwartskunst und wird im Jahr 2022 fortgesetzt. „Zu guter Letzt erreichte uns gemeinsam mit unseren Partnern die Auszeichnung zum Weltkulturerbe für den ‚Niedergermanischen Limes‘. Mit so viel Rückenwind freuen wir uns auf ein attraktives LVR-Kulturjahr 2022“, so Kohlenbach.

In Abhängigkeit vom pandemischen Geschehen hier ein Einblick in einige geplante Sonderausstellungen:

Noch bis zum 6. Februar sind sie zu Gast im Max Ernst Museum Brühl des LVR: „Surreale Tierwesen“. Rund 140 Werke von 74 internationalen Künstler*innen zeigen die Welt der erdachten Geschöpfe. Der ungewöhnliche Zoobesuch bietet Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier, illustrierte Bücher und Zeitschriften sowie Filme. Zu sehen, zu lesen und zu hören sind unter anderem André Breton, Luis Buñuel, Leonora Carrington, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Meret Oppenheim, Man Ray oder Pablo Picasso. Eine kreative Sammel- und Gestaltungs-App vermittelt das künstlerische Verfahren der Skulpturen und gibt spannende biografische Hintergründe zu Max Ernst, seinem Leben und Werk.

Im LVR-Industriemuseum Peter-Behrens-Bau in Oberhausen ist vom 25. Januar bis 29. Mai 2022 die Ausstellung „Fotografie in der Weimarer Republik“ zu sehen. Wie kaum ein anderes Medium hat die Fotografie das Gesicht der Weimarer Republik geprägt. In 400 teils unveröffentlichten Fotografien wirft die Ausstellung einen Blick auf diese turbulente Zeit. Revolution und Republik, Arbeiter*innenfotografie, Sport, Architektur, Mode und Tanz sind nur einige der Themenfelder, die die Modernität und das Lebensgefühl der Epoche ebenso wie ihre Widersprüchlichkeit und Zerbrechlichkeit spürbar werden lassen. Dabei stehen bekannte Namen wie August Sander, Lotte Jacobi, Hugo Erfurth oder Alfred Eisenstaedt neben unbekannten Autor*innen, deren Bilder erstmals wieder zu entdecken sind. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden, der Stiftung F.C. Gundlach Hamburg, dem LVR-LandesMuseum Bonn und mit Unterstützung von ullstein bild collection Berlin.

Masse und Klasse. Kunststoffgeschichte(n) heißt es dann ab dem 25. Oktober 2022 im Peter-Behrens-Bau. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Kunststoffe aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Untrennbar mit industrieller Massenproduktion verbunden, begleiten sie technische Entwicklungen und eröffnen Designer*innen ungekannte Freiheiten in der Gestaltung. Viele Kunststoffobjekte sind Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden und haben ihren Weg in Museen gefunden. Die Ausstellung widmet sich verschiedenen Aspekten dieses Werkstoffs: vom billigen Ersatzstoff und Massenprodukt bis zur Hightech Komponente, Designikone oder zum ökologischen Ärgernis.

Scheren schneiden Haare oder Leder, feine Seidenstoffe, Bleche, Papier oder Äste. Sie sind einfache, alltägliche Schneidegeräte, spezialisierte Handwerkszeuge, kunstfertig gestaltete Designobjekte oder auch liebgewonnene Utensilien, die Menschen ein Leben lang begleiten. Die Ausstellung „Im Schnitt gut – Scherengeschichte(n)" zeigt das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen vom 10. Februar bis 17. Oktober 2022 die vielfältigen Gebrauchszusammenhänge, mannigfachen Formen und Größen und lässt auch die kulturhistorischen Aspekte nicht außer Acht. Eine Reihe von interaktiven Hands-on-Stationen laden ein, sich spielerisch mit dem so alltäglichen Gebrauchsgegenstand Schere auseinanderzusetzen.

Roms fließende Grenzen. Archäologische Landesausstellung NRW Leben am Limes ist direkt an drei LVR-Orten zu sehen:

In Köln wird mit Rom am Rhein vom 29. April bis 9. Oktober 2022 die Ausstellung des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln und des Römisch-Germanischen Museums Köln gezeigt. Statthalterpalast, Tempel, Prachtstraßen und Plätze – bis heute zeigen die Spuren dieser Monumente Kölns Bedeutung als Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien. In die blühende Großstadt kamen Menschen und Waren aus dem gesamten Imperium, Keramik und feinste Glasprodukte gingen von hier aus in das Reich. Highlight-Funde und digitale Rekonstruktionen zeigen das spannende Leben im Rom am Rhein. Die Ausstellung ist im Kulturzentrum am Neumarkt in Köln zu sehen.

In Bonn ist im LVR-LandesMuseum noch bis zum 29. Mai Roms fließende Grenzen zu sehen. Schon vor 2000 Jahren trafen am Rhein unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen aufeinander. Das LVR-LandesMuseum stellt die kulturelle Vielfalt am Limes vor. Wie wohnte und arbeitete man in den Militärlagern und Zivilsiedlungen? Wie war man auch über die „nasse Grenze“ hinweg miteinander verbunden? Faszinierende archäologische Funde wie Grabmonumente oder Alltagsgegenstände berichten von der Herkunft und dem Privatleben der Menschen. Ein großes interaktives Limesmodell, Filme und Medienstationen machen die antiken Schauplätze an der Grenze des Römischen Reiches anschaulich und lebendig.

In Xanten werden im LVR-Archäologischen Park bis zum 16. Oktober 2022 Forschungsergebnisse zu neu entdeckten archäologischen Überresten römischer Militäranlagen präsentiert. Interessierte erfahren, welche Anstrengungen das Römische Reich zur Sicherung seiner nordwestlichen Grenze unternahm, denn der Limes am Niederrhein war keine undurchlässige Grenze. Mobilität und Migration förderten den Austausch und die kulturelle Vielfalt. Die Ausstellung in Deutschlands größtem archäologischen Freilichtmuseum erzählt vom Alltag der Legionäre und vom vielseitigen Leben im Zeichen des römischen Militärs am Rhein. Neben den Nachbauten römischer Schiffe und zahlreichen Originalfunden laden moderne Medien und ein begehbarer Limes zu einem interaktiven Erlebnis ein.

Und nochmal Rhein: Im Strome – Eine Rheinreise in Bildern von der Quelle bis zur Mündung heißt eine Fotoschau im LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Die Weseler Künstlerin Beate Biesemann fängt auf ihrer Reise die mythenbildende Kraft des Rheinstroms ein. Der dramaturgische Wechsel von Idylle und Erhabenheit der Uferlandschaften, von Turbulenz und friedlicher Trägheit des Flusses wird in den Bildern der Künstlerin eingefangen. Vom 4. September bis 6. November 2022.

Welche Zukunft hat die Zukunft? Mit Futur 21 geht es seit dem vergangenen Jahr um die Zukunft der Arbeit, um die Fragen zu Nachhaltigkeit und Klimawandel, den Einfluss der Digitalisierung sowie um Grenzen von Wachstum und Konsum. An den 16 Industriemuseen der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen, der Wiege der Industriekultur in Deutschland, entstehen ab dem 5. März 2022 in den Themenwochen digitale Kunstwerke, Lichtinstallationen und räumliche Interventionen. Im Dialog mit den außergewöhnlichen Orten und deren Geschichten schlagen die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler Brücken zu Zukunftsthemen und binden Interessierte in ihre Experimente mit ein. Ergänzt durch ein umfangreiches Programm mit Panels, Filmscreenings und Workshops entstehen interdisziplinäre Zukunftslabore, in denen sich Industriekultur, aktuelle Forschung und visuelle Künste miteinander verbinden. Mit #FUTUR_21 industriekultur eröffnen die LVR- und LWL-Museen Perspektiven für die Welt von Morgen und wie wir darin leben wollen.
Weitere Infos dazu unter: www.futur21.de

Neben Sonderausstellungen bieten alle Häuser ganzjährig besondere Veranstaltungen. Am 1. April können Gäste im Roten Haus Monschau im wahrsten Sinne auf Tuchfühlung mit der Familiendynastie Scheibler gehen. Neben einer neuen Ausstellung ist nun erstmals auch der Keller begehbar, in dem früher die Wolle gewaschen wurde.

Zudem locken zahlreiche Veranstaltungen ins Rheinland wie beispielsweise der Tierkindertag im Freilichtmuseum Lindlar am 8. Mai, der Rheinische Wollmarkt im LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen am 12. Juni, der Papiermarkt im LVR-Industriemuseum Papiermuseum Alte Dombach in Bergisch Gladbach am 4. September, der Tag des Offenen Denkmals am 11. September in Brauweiler, das Fest „Nach der Ernte“ am 17. und 18. September im LVR-Freilichtmuseum Kommern, der Lego-Tag in der Tuchfabrik Müller am 18. September oder die Offenen Nachtführungen im LVR-Archäologischen Park Xanten.

Diese und weitere Tipps und Termine gibt es auch im neuen Rheinland Reiseland. Das Magazin ist per Mail unter rheinlandreiseland@lvr.de kostenfrei erhältlich oder unter der Telefonnummer 0221 809-7945 (Bestellung per E-Mail bevorzugt).

Und abschließend noch eine Neuerung für die Kultur des LVR: Nach über 16-jähriger Tätigkeit ist Milena Karabaic als LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege in Pension gegangen. Dr. Corinna Franz tritt ihre Nachfolge an (separate Meldung folgt).

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Birgit Ströter

Telefon

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0221 809-7711
faxTelefax:
0221 8284-0164

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  1. Ab dem 5. März entstehen in den 16 Industriemuseen in NRW im Rahmen der Themenwochen digitale Kunstwerke, Lichtinstallationen und räumliche Interventionen. Sie alle beschäftigen sich mit den Fragen der Zukunft.

    Foto: Justine Emard

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  2. Ab dem 5. März entstehen in den 16 Industriemuseen in NRW im Rahmen der Themenwochen digitale Kunstwerke, Lichtinstallationen und räumliche Interventionen. Sie alle beschäftigen sich mit den Fragen der Zukunft.

    Foto: Kasia Molga, Foto Lafun Photography

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  3. Im Strome – Eine Rheinreise in Bildern von der Quelle bis zur Mündung heißt eine Fotoschau im LVR-Niederrheinmuseum Wesel, die ab dem 5. September 2022 zu sehen ist.

    Foto: Beate Biesemann

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  4. Rund um die bunten Steine geht es beim Lego-Tag am 18. September in der LVR-Tuchfabrik Müller in Euskirchen.

    Foto: LVR-Industriemuseum

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  5. Ab dem 1. April ist das Rote Haus in Monschau wieder zu besichtigen. Erstmals ist auch der Keller begehbar, in dem früher Wolle gewaschen wurde.

    Foto: LVR-Zentrum für Medien und Bildung, Stefan Arendt

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  6. Das Rote Haus hat auch innen einiges zu bieten, wie zum Beispiel das Treppenhaus.

    Foto: Willi Filz

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